Scythe – Die Hüter des Todes

IMG_4539

In den letzten Jahren habe ich ja so einiges an Jugendbücher gelesen. Und so einige Reihen in die Regale geräumt. Und irgendwann kam so der Punkt, an dem ich bei jeder neuen Reihe dachte „Och nöö, schon wieder??“ Irgendwie kam einem alles mehr oder weniger bekannt vor: Noch eine Dystopie, schon wieder ein Casting, noch eine Prinzessin, noch eine Rebellin, blablabla.

Dann im Mai (auf dem sagenumwobenen AVJ-Praxisseminar) kam der Satz vom Fischerverlag, dass sie das beste Jugendbuch des Jahres herausbringen würden. Jajaja, das sagen sie alle. Und dann sagte jemand von der „Konkurrenz“, dass das stimmen würde.

Und ich wurde neugierig.

Nachdem das Leseexemplar dann bei mir war, fehlte mir permanent die Zeit um herauszufinden, ob die Vorschusslorbeeren berechtigt waren oder nicht, aber im Sommerurlaub war es dann so weit und ich nach den ersten dreißig Seiten schon so hin und weg, dass ich

1. kaum noch ansprechbar war,

2. nur noch über das Buch sprach und

3. endlich mal wieder komplett in ein Buch abtauchen konnte.

Die Rede ist von dem nun endlich bei Fischer erschienenem „Scythe – Die Hüter des Todes“ von Neal Shusterman.

Ja, es ist eine Dystopie. Ja, es geht um einen Jungen und ein Mädchen. Ja, sie müssen alles hinter sich lassen um zu wachsen. Aber so ist das nunmal mit den Archetypen. 😉

2042 ist das Jahr indem alles was der Mensch je wusste und alles was es je zu wissen gibt in die Cloud hochgeladen wurde. Alles über jeden ist für jeden abrufbar. Die Politik wird ersetzt durch die Cloud/den Thunderhead, da dieser besser regiert als jeder Mensch. Auch der Tod wurde besiegt. Eigentlich die perfekte Welt.

Doch Unsterblichkeit führt zu Langeweile und eben auch Überbevölkerung.

Deswegen gibt es die Scythe. Menschen, deren Aufgabe es ist Menschen scheinbar wahllos umzubringen bzw nachzulesen.

Doch hinter dieser Wahllosigkeit steckt doch eine Art System, da die Betroffenen unter früheren Umständen ums Leben gekommen wären.

Rowan und Citra treffen beide unter verschieden Umständen auf einen Scythe, der sie beide zu Lehrlingen ernennt und sie somit in die Kunst des Tötens einführt. Wichtigste Regel des Scythetums: Man muss das was man tut hassen.

Doch nicht jeder Scythe verabscheut sein Handeln so sehr, wie er es sollte und Citra und Rowan werden einige Hürden und Prüfungen überwinden müssen.

Das Neal Shusterman spannend  schreiben kann, hat er bereits in seinen vorherigen Büchern bewiesen, was mich aber an „Scythe“ so völlig fasziniert ist die moralisch-philosophische Ebene, mit der man permanent konfrontiert wird. Welche Konsequenzen hat die perfekte Welt? Menschen, die sich immer wieder reseten lassen können und danach jünger sind als ihre eigenen Enkel. Jugendliche, die sich von Hochhäusern werfen, da die Kosten der Reanimierung ihnen wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit der Eltern beschert. Eine Welt, in der jegliches Wissen bereits abrufbar ist und durch das Fehlen des Todes große Emotionen, Kunst und Kultur keinen Stellenwert mehr haben, da sie nicht nachvollziehbar sind.

Für mich ist es jedenfalls auch das beste Jugendbuch seit Langem, da es von seinen Lesern etwas wichtiges abverlangt: Reflektion.

Noch besser hätte es mir gefallen, wenn es nicht der Start einer neuen Serie wäre, aber darüber komme ich hinweg und freue mich auf den zweiten Band.

 

Neal Shusterman

Scythe – Die Hüter des Todes

ISBN/EAN: 9783737355063

Fischer Sauerländer

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: