Was wir dachten, was wir taten

Ich bin ja absolut kein Hörbuchmensch!

Mir geht das nicht schnell genug, ich kann mich nicht darauf konzentrieren und meistens schlafe ich eh dabei ein!

 

Das habe ich bisher jedenfalls immer behauptet. Und war auch felsenfest davon überzeugt. Doch ich sollte jetzt eines Besseren belehrt werden.

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Die liebe Andrea Herzog von der Hörcompany gab mir „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann, eine doch noch sehr junge Autorin (19 Jahre), die mit ihrem Debütroman gerade die Kritiker überwiegend auf ihrer Seite hat.

Ich war eh neugierig auf das Buch und so nahm ich das Hörbuch als Arbeitswegbegleitung mit in mein Auto. In diesem kleinen geschlossenem Raum ohne weitere Pflichten, die erledigt werden wollen, funktionieren Hörbücher bei mir anscheinend tadellos. Ich habe sogar freiwillig mein Mittagessen zwischen Feierabend und Kind abholen auf den Baumarktparkplatz verlegt, damit ich weiterhören konnte.

Die Hörbuchbearbeitung des Romans wird gesprochen von Birte Schnöink, Julian Greis und Sebastian Rudolph. Sie schlüpfen in die Rollen von Fiona, eine Musterschülerin, dem Klassenlehrer Herrn Filler und Mark, dem schwarzen Schaf der Klasse. Aus der Sicht dieser drei Protagonisten erzählen sie, was geschah:

Während der Matheklausur der Oberstufe, wird der Amokalarm der Schule ausgelöst:

„Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.“

Leichter gesagt, als getan, denn an die Matheklausur denkt nun keiner mehr. Und als es dann noch an der Türe klopft, ist Ruhebewahrer unmöglich.

Durch eine List dringt eine maskierte, bewaffnete Gestalt in den Klassenraum ein und drückt dem Lehrer zehn Umschläge in die Hand. In den Umschlägen sind die letzten Wünsche des Amokläufers, die jedoch alle mit der Klasse zu tun haben. Der erste „Wunsch“ zwingt Herrn Filler dazu, eine seiner Schülerinnen ins Gesicht zu spucken. An sich harmlos, doch Wunsch für Wunsch offenbaren sich Dinge in der Klasse mit denen keiner gerechnet hätte.

Die Sprecher sind für die Hörbuchbearbeitung perfekt ausgewählt und transportieren die emotionalen Tragweiten hervorragend. Besonders Herr Filler überzeugt gekonnt und erinnert in seiner Überforderung an so viele Lehrer, die man in seiner Schullaufbahn ertragen musste.

Die Offenlegung der Abgründe der Klasse überrascht einen immer wieder und über allem bleibt die Frage, woher der Täter das alles wissen kann. Die Spannung ist so übermächtig, dass ich dann doch schon ab und zu Umwege in Kauf genommen habe, um den Hörgenuss zu verlängern!

Große Lese- und/oder Hörempfehlung!

Das Buch eignet sich mit seinen 180 Seiten auch perfekt als Schullektüre.

Und seitdem sind übrigens alle Hörbücher, die ich noch zuhause hatte in mein Auto gezogen. 🙂

 

Lea-Lina Oppermann

Was wir dachten, was wir taten

3 CD, 330 Min.

Hörcompany

ISBN: 978-3-945709-52-8

 

das Buch:

Beltz & Gelberg

978-3-407-82298-7

 

 

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