Sara Barnard: Vielleicht passiert ein Wunder

Tatsächlich habe ich den Bereich Sick-Lit (ja, das heisst tatsächlich so 😀 ) bisher irgendwie ausgespart. Ich habe bisher weder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, noch „Wunder“ gelesen, werde es aber irgendwann mal nachholen.

Aus dem youBibians-Regal in der Bibliothek habe ich mir deswegen über das lange Wochenende „Vielleicht passiert ein Wunder“ von Sara Barnard mitgenommen. Kleine Überraschung: das Buch ist tatsächlich mal keine Übersetzung aus dem amerikanischen, sondern spielt in England.

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Es geht um Stefanie, die unter selektiven Mutismus leidet, das bedeutet sie spricht nur mit einem sehr engen Kreis von Menschen, gegenüber Fremden oder in der Schule ist ihr das Sprechen nahezu unmöglich. Ihre beste Freundin, die bisher immer ihre Dolmetscherin und ihr Sprachrohr war, hat die Schule gewechselt und so ist Stefanie das erste mal in ihrem Schulleben auf sich alleine gestellt. Doch direkt zu Beginn des neuen Schuljahres lernt sie Rhys kennen, ihr neuer gehörloser Mitschüler, dem sie etwas assistieren soll, denn Stefanie kann etwas gebärden, da ihre Familie hoffte ihr dadurch ein Hilfsmittel aus ihrer Sprachlosigkeit zu geben.

Es kommt, wie es kommen muss, Rhys und Stefanie kommen sich schnell näher und Stefanies Sprachbarrieren scheinen auch überwindbarer zu werden. Ob dies jedoch an Rhys oder den neuen Medikamenten liegt, vermag sie nicht zu sagen.

Die beiden werden ein Paar und versuchen sich selbst und ihren Familien ihre Selbstständigkeit zu beweisen. Doch auf einem heimlichen Städtetrip kommt es mitten in der Pampa zu einem Unfall und die beiden sind auf sich alleine gestellt.

Und auch wenn der Titel UND der Klappentext es so darstellt, es passiert eben kein Wunder. Überhaupt ist der deutsche Titel eher so lala. Muss da unbedingt das Wort Wunder drin vorkommen?

Der englische Titel lautet übrigens „A quiet kind of Thunder“, was sich im Laufe der Lektüre erklärt und viel passender ist. Denn es geht eben nicht nur um die Grenzen und Fesseln der Sprach- und Gehörlosigkeit der beiden, sondern auch um die erste Liebe.

 

Aber generell war in diesem Buch von Allem etwas zuviel. Zuviel Schicksal, zuviel Kitsch, zuviel  Drama. Und Stefanies Sprachlosigkeit vergisst man zwischendurch einfach durch zuviel Dialoge. Denn eigentlich diskutiert sie permanent mit irgendjemandem über irgendwas.

Schade, ich hatte mir mehr erhofft. Aber vielleicht bin ich derzeit auch etwas zu kritisch. Denn es fällt mir bei den vielen Neuerscheinungen momentan schwer mich wirklich zu begeistern. Und ich kann den vielen kritischen Stimmen im Kinder- und Jugendbuch nur beipflichten: Weniger ist mehr!

Liebe Verlage,

speckt eure Programme ab! Versucht nicht jedem Trend hinterherlaufen! Verlegt doch bitte nur die Titel, von denen ihr wirklich überzeugt seid und spart euch das Füllmaterial. Das was früher die Groschenromane waren, holen sich die Kids eh auf wattpad.

 

Wie immer bin ich sehr gespannt, wie die youBibians den Roman beurteilen und ich werde berichten.