Morgen irgendwo am Meer

Ihr Lieben,
ihr habt lange nichts von mir auf dieser Seite gehört und das tut mir sehr leid. Das Ende des letzten Jahres hat mir viel abverlangt und 2019 startete mit einigen Neuerungen. Schöne Neuerungen, denn ich arbeite jetzt zusätzlich in einer kleinen Kinderbuchhandlung in Velbert und auch in der Bücherei geht es weiter, da wir unseren Umzug vorbereiten und auch die youBib eigentlich ganz gut läuft. Der Leseclub übertrift jedenfalls all meine Erwartungen, ist aber auch extrem zeitintensiv.

Was bei alldem leider auf der Strecke bleibt, ist frauredlich.de, genauer gesagt, die Blogseite. Ich weiss gar nicht mehr wann ich das letzte Mal so wie jetzt an meinem Macbook gesessen habe und in Ruhe schreiben konnte.
Es ist nicht so, dass ich nichts lese, eher im Gegenteil, denn das Herbstprogramm liegt bereits hier rum und wartet auf mich, aber ich komme einfach nicht zum Schreiben. Wer mir auf instagram und / oder facebook folgt hat bestimmt gesehen, dass ich dort schonmal kleinere Buchtipps poste und ich denke, das wird auch erstmal eine Zeit so bleiben. Ich habe sogar kurz mit dem Gedanken gespielt den Blog ganz aufzugeben, aber dafür steckt hier zuviel Liebe drin.
Wer auf aktuelle Tipps nicht verzichten möchte, der sollte auf jeden Fall die youBibians abonnieren, denn die schreiben tolle Besprechungen und manchmal decken sich die Meinungen zu einem BUch, dass ich auch gelesen habe so sehr, dass ich wie jetzt meine Jugendlichen zu Wort kommen lassen. Denn besser als Kendra, hätte ich es auch nicht sagen können.
Ich hoffe, bis bald!
eure FrauRedlich
“Am Ende hatte ich Pipi in den Augen!”  4/5 Sternen
Es ist der letzte Sommer bevor der Ernst des Lebens startet. Romy und Julian haben ihr Abi in der Tasche und freuen sich auf einen gemeinsamen, romantischen Urlaub zu zweit, ehe Romy ein Jahr nach Neuseeland geht und die beiden sich eine lange Zeit nicht sehen werden. Soweit der Plan, bis Konrad eines Nachts leicht angetrunken vor den beiden steht und Romy einen Roadtrip nach Lissabon vorschlägt. Nach längerem Hin und Her, sitzen die drein also in Julians altem Mercedes und machen sich auf den Weg nach Portugal. Aber weil drei so eine doofe Zahl ist, hat Julian kurzerhand, und ohne die anderen darüber zu informieren, Nele mit ins Boot geholt. Die sucht nämlich eine Mitfahrgelegenheit nach Madrid. Und so beginnt eine Reise voller Dramen, Emotionen, und unerwarteten Enthüllungen.  
Adriana Popescu hat mich wieder mal voll abgeholt. Sie hat eine wundervolle Geschichte erschaffen. Angefangen mit Ihrem Schreibstil, der so locker und leicht zu lesen ist, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Keine langen, komplizierten und verschachtelten Sätze, die man zig-mal neu anfangen muss, weil man total den Überblick verloren hat. Stattdessen einfache und klare Sätze, die, wie sagt man so schön, runtergehen wie Öl. Hinzu kommt die Authentizität, die Popescu der Geschichte verleiht. Die Charaktere sind sehr echt dargestellt, sodass ich mich sofort in sie hineinversetzen konnte und mich mit ihnen verbunden fühlte. Besonders gefällt mir der Humor und der Sarkasmus, die der Geschichte eine Leichtigkeit verliehen, trotz der schwermütigen und traurigen Tabu-Themen, die behandelt werden. Die Dialoge beinhalten auf der einen Seite tiefgründige, teils philosophische Themen, die echt zum Nachdenken anregen und bei denen ich auch schon mal tief durchatmen musste. Und auf der anderen Seite, sind sie witzig und zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht.
Das einzige was mich etwas gestört hat, ist, dass es sich stellenweise ganz schön zieht. Also so 50 Seiten weniger hätten auch gereicht. Aber sonst ist es ein wundervoller Roman. Von daher lautet mein Fazit: Unbedingt lesen!
Kendra
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Adriana Popescu: Morgen irgendwo am Meer
ISBN: 978-3-570-31272-8
Verlag: cbt
Seiten: 478
Preis: 13,00€ (D) 13,40€ (A)