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Namina Forna: Die Göttinnen von Otera – Golden wie Blut

Klappentext: „Bitte lass mein Blut rot sein, bitte lass mein Blut rot sein, bete ich.
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin. Doch dann kennzeichnet ihr goldenes Blut sie als Alaki, als Dämon. Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie retten: Er stellt eine Armee aus den beinahe unsterblichen Alaki zusammen. Deka wird zur Kriegerin ausgebildet und lernt dabei nicht nur zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, durch die sie als Frau ihr Leben lang unterdrückt wurde.
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Die Göttinnen von Otera – Golden wie Blut ist der erste Band der neuen Fantasy-Trilogie von Namina Forna. Wenn ich die Geschichte in einem Worten beschreiben müsste, wäre es brutal. Folter und Gewalt ziehen sich durch die gesamte Handlung. Teilweise so blutrünstig und ekelig, dass sich mir die Eingeweide zusammenzogen. Man braucht starke Nerven, um das ertragen zu können. Zudem werden diverse Kraftausdrücke verwendet und das Prozedere in dem Ausbildungslager hat mich sehr an die Konzentrationslager der Nazis erinnert (keine eigene Kleidung, Haare scheren, duschen). Also überlegt es euch gut, ob ihr das alles verkraften könnt.
Die offizielle Altersangabe liegt zwar bei 14 Jahren, allerdings finde ich das zu niedrig.

Aber auch der Rest des Romans hat mich nicht so wirklich überzeugen können. Dabei geht es recht interessant los. Man bekommt einen Einblick in die Welt von Otera und dann während des Rituals der Reinheit kommen die ersten mysteriösen Fragen auf. Das Interesse ist also geweckt. Doch daraufhin passiert meiner Meinung nach wenig. Die Handlung zieht sich, sie ist langweilig und ereignislos. Deka stellt immer mehr Fragen – Wer oder was ist sie? Woher kommt sie? Was war mit ihrer Mutter? – wird aber ständig vertröstet oder mit kryptischen Antworten abgespeist. Wenn man sich dann durch diese Durststrecke gequält hat, kommt nach circa 430 Seiten endlich Schwung in die Bude: Die finale Schlacht steht an, in der Deka einiges über sich und die wahren Hintergründe erfährt. Dieser Teil ist dann auch wieder spannend und interessant. Aber alles in allem hat mich Die Göttinnen von Otera – Golden wie Blut nicht überzeugen könnenZum Glück hat jeder von uns einen anderen Geschmack. Wer also auf Fantasy und Frauenpower steht, sollte dem Buch vielleicht eine Chance geben.

Kendra

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Bea Reiter

ab 14 Jahren,
512 Seiten,
ISBN 978-3-7432-0408-9
19,95 € (D)

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