Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick – Jennifer E.Smith

Hadley ist auf dem Weg nach London, denn ihr Vater heiratet wieder und sie ist Brautjungfer, was sie eigentlich ziemlich zum Kotzen findet. Aber Hadley verpasst ihren Flug und wartet nun auf dem überfüllten New Yorker Flughafen auf den nächsten.  Dort trifft sie Oliver, der ebenfalls auf dem Weg nach London zu seiner Familie ist und beide haben sogar noch Plätze nebeneinander. Oliver hilft Hadley ihre Klaustrophobie zu mildern und die beiden reden auf dem Flug über Gott und die Welt. In London verlieren sich Hadley und Oliver aus den Augen, doch Hadley muss ihn nochmal Wiedersehen und macht sich auf die Suche.
So schön, so traurig, so toll!! Ein Buch, das man in einem Rutsch durchlesen muss, da man die Ungewissheit kaum aushält.
Riesenleseempfehlung!! Und Taschentücher bitte griffbereit halten.

Carlsen Verlag
ca 222 Seiten
€16,90

Nicht drücken! – Gernot Gricksch

Siri und Ole gehen in eine Klasse und beide nicht so typisch Mädchen bzw Junge. Siri spielt gerne Fussball und verabscheut Schminke. Ole guckt jeden Abend heimlich Glamour High, die schnulzigste aller Serien. Und eigentlich haben beide auch gar nicht soviel miteinander zu tun, obwohl sie sich ziemlich nett finden. Das ändert sich als beide den geheimnisvollen Kimonofrauen begegnen, die ihnen jeweils eine Fernbedienung mit nur einem Knopf und dem Hinweis „Nicht drücken!!“ geben. Natürlich drücken sie doch und auf einmal benehmen sich alle Männer wie Frauen, alle Hunde wie Katzen und andersrum. Und Ole und Siri können das Ganze nur in den Normalzustand bringen, wenn die weinerlichen, Ballett tanzenden Jungs gegen die rüpelhaften, brutalen Mädchen im Fussball gewinnen.
Eine sehr süße Story, die natürlich alle Klischees auspackt. Aber wenn sich bullige Bauarbeiter entscheiden nur einen kleinen Salat zu essen, da sonst alles wieder auf den Hüften landet, muss man sehr lachen.
Die geheimnisvollen Kimonofrauen trieben auch schon in anderen Grickschromanen ihr Unwesen. Und es wird wohl auch nicht ihr letzter Streich gewesen sein.

Dressler Verlag, ca 250 Seiten, €12,95

Linus Lindbergh und der Riss in der Zeit – Tobias Elsäßer

In Linus Familie sind alle Erfinder. Seine Mutter manipuliert schonmal das Wetter, sein Opa baut Rakten und sein Papa ist Experte für Computerspiele und Zeitmaschinen. Nur Linus bekommt keine Erfindung hin. Ideen hat er genug, aber die Umsetzung bereitet ihm Probleme. Und seinen Vater kann er nicht um Rat fragen, da dieser seit einiger Zeit verschwunden ist. Und in der Schule hat er es auch nicht gerade leicht, da ihn dort alle für einen Spinner halten.
Doch dann kommt eine neue Mitschülerin in die Klasse, die Linus nicht gleich als den „Idioten, der auf dem Flughafen lebt“ abstempelt. Sie hilft ihm sogar mehr oder weniger freiwillig bei der Suche nach seinem Vater.
Ein fantasievoller Roman mit sehr charmanten Figuren. Besonders erwähnt werden muss da noch Majus12, der Hausroboter, der eine Vorliebe für selbstgeschneiderte Hawaiihemden hat und nicht immer mit den Gefühlen der Menschen klarkommt.
Sehr lesenswert! Und wird fortgesetzt.



Sauerländer, 218 Seiten, €12,99

Finn released- Oliver Uschmann

Sie sind Freunde, obwohl sie ziemlich unterschiedlich sind: Flo, der unglaublich gerne Computerspiele zockt, Lukas, das Fussball-Ass und eben Finn, der sagen wir mal sehr kreativ ist im Umgang mit der Wahrheit. Die drei entwickeln aus Langeweile „Querfeldein“, ein Spiel in Anlehnung an Flos onlinegames. Die Aufgabe: zwölf Stunden lang nur geradeaus gehen, in einem Korridor von sieben Metern Breite. Auf dieser Quest gibt es einige Hindernisse zu überwinden. In Form von Büschen, Bächen und eben auch Häusern.
Und die drei wachsen dabei über sich hinaus.
Die Geschichte liest sich ganz nett und ist ein schönes Jugendbuch, denn Mädchen werden mit dem ganzen Kram nicht viel anfangen können, da es hauptsächlich um WoW, Fussball und Abenteuergedöns geht.
Trotz allem wirkt der Roman nicht authentisch genug. Und Finn verhält sich oft viel zu erwachsen. Oliver Uschmann schreibt sonst Bücher für die Zielgruppe ab zwanzig. Das merkt man teilweise beim Lesen, denn so einige Sprüche passen einfach nicht zu den Jungs. Beziehungsweise er versucht sich zu sehr zu drosseln in seinem Schreibstil. Vielleicht ist die Altersempfehlung des Verlages dann doch falsch. Loewe empfiehlt das Buch ab 11. Die Protagonisten sind jedoch schon 13. Für die Teens ist das Buch zu kindisch, für die Kids jedoch auch unpassend. Und das einstreuen von aktuellen Markennamen reicht nicht um zu beweisen, dass man die Kinder versteht. Vielleicht sollte Herr Uschmann lieber weiter Bücher für Erwachsene schreiben.



Loewe Verlag, 255 Seiten, €9,95

Wipfelwärts / Wurzelwärts – Tobias Krejtschi

Der Wurzelwicht lebt ganz unten in der Wurzel eines Baumes, der Wipfelwicht ganz oben im Wipfel. Beide beschließen sich doch mal etwas anderes anzuschauen und klettern los. Der Eine nach oben, der Andere nach unten. In der Mitte treffen sie sich und fragen beide „Ist es noch weit?“.
Wen sie noch so treffen auf ihrer Reise den Baum entlang, davon erzählt dieses wunderschön illustrierte Bilderbuchvon Tobias Krejtschi, dass ganz aufgeklappt dann sogar baumgroß ist!!

Peter Hammer Verlag
€16,95