Ciccarelli: Askari – Der Sturm naht

IMG_4986Und auch heute gibt es einen kleinen Gastbeitrag von den youBibians, die sich Iskari direkt vom Schreibtisch geklaut haben. Ob sich das gelohnt hat?

Eine Prinzessin wird zur Drachentöterin

Wer wie die Protagonistin Asha nicht aufgibt und sich durch die ersten, etwas verwirrenden, Kapitel wagt, der wird auf jeden Fall belohnt! „Ciccarelli: Askari – Der Sturm naht“ weiterlesen

Karen McManus: One of us is lying

IMG_6532Was mich an diesem Buch als allererstes ansprach, war tatsächlich das Titelbild. So schön klar und aufgeräumt und trotzdem ansprechend. Irgendwie mal was anderes.

Und der Inhalt klang auch nicht schlecht: Fünf sehr unterschiedliche Schüler müssen gemeinsam Nachsitzen, obwohl sie eigentlich nichts getan haben. Bei allen wurde ein Handy während des Unterrichts in der Tasche gefunden und obwohl jeder von ihnen beteuert, dass das nicht das eigene Handy sei, sitzen sie jetzt zusammen in diesem Klassenraum:

Bronwyn, die Streberin, das Sport-Ass Cooper, die Homecoming-Queen Addy, Nate, der mit Drogen dealt und das Lästermaul Simon, der eine Gossip-App für die Schule betreibt. „Karen McManus: One of us is lying“ weiterlesen

Was wir dachten, was wir taten

Ich bin ja absolut kein Hörbuchmensch!

Mir geht das nicht schnell genug, ich kann mich nicht darauf konzentrieren und meistens schlafe ich eh dabei ein!

 

Das habe ich bisher jedenfalls immer behauptet. Und war auch felsenfest davon überzeugt. Doch ich sollte jetzt eines Besseren belehrt werden.

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Die liebe Andrea Herzog von der Hörcompany gab mir „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann, eine doch noch sehr junge Autorin (19 Jahre), die mit ihrem Debütroman gerade die Kritiker überwiegend auf ihrer Seite hat.

Ich war eh neugierig auf das Buch und so nahm ich das Hörbuch als Arbeitswegbegleitung mit in mein Auto. In diesem kleinen geschlossenem Raum ohne weitere Pflichten, die erledigt werden wollen, funktionieren Hörbücher bei mir anscheinend tadellos. Ich habe sogar freiwillig mein Mittagessen zwischen Feierabend und Kind abholen auf den Baumarktparkplatz verlegt, damit ich weiterhören konnte.

Die Hörbuchbearbeitung des Romans wird gesprochen von Birte Schnöink, Julian Greis und Sebastian Rudolph. Sie schlüpfen in die Rollen von Fiona, eine Musterschülerin, dem Klassenlehrer Herrn Filler und Mark, dem schwarzen Schaf der Klasse. Aus der Sicht dieser drei Protagonisten erzählen sie, was geschah:

Während der Matheklausur der Oberstufe, wird der Amokalarm der Schule ausgelöst:

„Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.“

Leichter gesagt, als getan, denn an die Matheklausur denkt nun keiner mehr. Und als es dann noch an der Türe klopft, ist Ruhebewahrer unmöglich.

Durch eine List dringt eine maskierte, bewaffnete Gestalt in den Klassenraum ein und drückt dem Lehrer zehn Umschläge in die Hand. In den Umschlägen sind die letzten Wünsche des Amokläufers, die jedoch alle mit der Klasse zu tun haben. Der erste „Wunsch“ zwingt Herrn Filler dazu, eine seiner Schülerinnen ins Gesicht zu spucken. An sich harmlos, doch Wunsch für Wunsch offenbaren sich Dinge in der Klasse mit denen keiner gerechnet hätte.

Die Sprecher sind für die Hörbuchbearbeitung perfekt ausgewählt und transportieren die emotionalen Tragweiten hervorragend. Besonders Herr Filler überzeugt gekonnt und erinnert in seiner Überforderung an so viele Lehrer, die man in seiner Schullaufbahn ertragen musste.

Die Offenlegung der Abgründe der Klasse überrascht einen immer wieder und über allem bleibt die Frage, woher der Täter das alles wissen kann. Die Spannung ist so übermächtig, dass ich dann doch schon ab und zu Umwege in Kauf genommen habe, um den Hörgenuss zu verlängern!

Große Lese- und/oder Hörempfehlung!

Das Buch eignet sich mit seinen 180 Seiten auch perfekt als Schullektüre.

Und seitdem sind übrigens alle Hörbücher, die ich noch zuhause hatte in mein Auto gezogen. 🙂

 

Lea-Lina Oppermann

Was wir dachten, was wir taten

3 CD, 330 Min.

Hörcompany

ISBN: 978-3-945709-52-8

 

das Buch:

Beltz & Gelberg

978-3-407-82298-7

 

 

Scythe – Die Hüter des Todes

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In den letzten Jahren habe ich ja so einiges an Jugendbücher gelesen. Und so einige Reihen in die Regale geräumt. Und irgendwann kam so der Punkt, an dem ich bei jeder neuen Reihe dachte „Och nöö, schon wieder??“ Irgendwie kam einem alles mehr oder weniger bekannt vor: Noch eine Dystopie, schon wieder ein Casting, noch eine Prinzessin, noch eine Rebellin, blablabla.

Dann im Mai (auf dem sagenumwobenen AVJ-Praxisseminar) kam der Satz vom Fischerverlag, dass sie das beste Jugendbuch des Jahres herausbringen würden. Jajaja, das sagen sie alle. Und dann sagte jemand von der „Konkurrenz“, dass das stimmen würde.

Und ich wurde neugierig.

Nachdem das Leseexemplar dann bei mir war, fehlte mir permanent die Zeit um herauszufinden, ob die Vorschusslorbeeren berechtigt waren oder nicht, aber im Sommerurlaub war es dann so weit und ich nach den ersten dreißig Seiten schon so hin und weg, dass ich

1. kaum noch ansprechbar war,

2. nur noch über das Buch sprach und

3. endlich mal wieder komplett in ein Buch abtauchen konnte.

Die Rede ist von dem nun endlich bei Fischer erschienenem „Scythe – Die Hüter des Todes“ von Neal Shusterman.

Ja, es ist eine Dystopie. Ja, es geht um einen Jungen und ein Mädchen. Ja, sie müssen alles hinter sich lassen um zu wachsen. Aber so ist das nunmal mit den Archetypen. 😉

2042 ist das Jahr indem alles was der Mensch je wusste und alles was es je zu wissen gibt in die Cloud hochgeladen wurde. Alles über jeden ist für jeden abrufbar. Die Politik wird ersetzt durch die Cloud/den Thunderhead, da dieser besser regiert als jeder Mensch. Auch der Tod wurde besiegt. Eigentlich die perfekte Welt.

Doch Unsterblichkeit führt zu Langeweile und eben auch Überbevölkerung.

Deswegen gibt es die Scythe. Menschen, deren Aufgabe es ist Menschen scheinbar wahllos umzubringen bzw nachzulesen.

Doch hinter dieser Wahllosigkeit steckt doch eine Art System, da die Betroffenen unter früheren Umständen ums Leben gekommen wären.

Rowan und Citra treffen beide unter verschieden Umständen auf einen Scythe, der sie beide zu Lehrlingen ernennt und sie somit in die Kunst des Tötens einführt. Wichtigste Regel des Scythetums: Man muss das was man tut hassen.

Doch nicht jeder Scythe verabscheut sein Handeln so sehr, wie er es sollte und Citra und Rowan werden einige Hürden und Prüfungen überwinden müssen.

Das Neal Shusterman spannend  schreiben kann, hat er bereits in seinen vorherigen Büchern bewiesen, was mich aber an „Scythe“ so völlig fasziniert ist die moralisch-philosophische Ebene, mit der man permanent konfrontiert wird. Welche Konsequenzen hat die perfekte Welt? Menschen, die sich immer wieder reseten lassen können und danach jünger sind als ihre eigenen Enkel. Jugendliche, die sich von Hochhäusern werfen, da die Kosten der Reanimierung ihnen wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit der Eltern beschert. Eine Welt, in der jegliches Wissen bereits abrufbar ist und durch das Fehlen des Todes große Emotionen, Kunst und Kultur keinen Stellenwert mehr haben, da sie nicht nachvollziehbar sind.

Für mich ist es jedenfalls auch das beste Jugendbuch seit Langem, da es von seinen Lesern etwas wichtiges abverlangt: Reflektion.

Noch besser hätte es mir gefallen, wenn es nicht der Start einer neuen Serie wäre, aber darüber komme ich hinweg und freue mich auf den zweiten Band.

 

Neal Shusterman

Scythe – Die Hüter des Todes

ISBN/EAN: 9783737355063

Fischer Sauerländer

 

 

 

The Hate U Give

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Jedes Jahr im Mai treffen sich diverse Kinderbuchmenschen in Fulda zum AvJ-Praxisseminar und meistens werden dann schon abends bei Wein…ähhh Wasser natürlich..schonmal erste Blicke ins Herbstprogramm der Verlage gewährt. So auch dieses Mal und ich habe zwei Empfehlungen bekommen, die mich umhauten. Über das eine darf ich erst im September sprechen, seid also schonmal gespannt.

Das andere ist gerade erschienen und hat definitiv das Zeug zum Klassiker, aber auch zur Schullektüre. „The Hate U Give“ weiterlesen