#youBibians

Eine der Projekte, die ich für 2018 in der Bibliothek geplant habe, ist der Start unseres Jugendleseclubs, oder auch den #youBibians.

Ziel ist es lesebegeisterte Jugendliche aller Schulformen zu erreichen und eine Plattform zu bieten für ihre Rezensionen und Ideen. Sei es auf Instagram (@youbibvelbert) oder auf dem eigens gestarteten Blog „#youBibians“ weiterlesen

Beautiful Liars / Und du kommst auch drin vor

Hmm, wie fange ich das ganze jetzt an.

Ich lese wirklich gerne Kinder- und Jugendbücher, aber manchmal….

Manchmal frage ich mich, ob es an meinem Alter liegt, dass mich bestimmte Bücher so gar nicht packen oder es doch dem Buch geschuldet ist. In 95% der Fälle lese ich das Buch trotzdem durch, da ja immer noch die Hoffnung besteht, dass es sich doch noch fängt. Umso größer ist dann aber auch die Enttäuschung, wenn dem nicht so ist. „Beautiful Liars / Und du kommst auch drin vor“ weiterlesen

Was wir dachten, was wir taten

Ich bin ja absolut kein Hörbuchmensch!

Mir geht das nicht schnell genug, ich kann mich nicht darauf konzentrieren und meistens schlafe ich eh dabei ein!

 

Das habe ich bisher jedenfalls immer behauptet. Und war auch felsenfest davon überzeugt. Doch ich sollte jetzt eines Besseren belehrt werden.

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Die liebe Andrea Herzog von der Hörcompany gab mir „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann, eine doch noch sehr junge Autorin (19 Jahre), die mit ihrem Debütroman gerade die Kritiker überwiegend auf ihrer Seite hat.

Ich war eh neugierig auf das Buch und so nahm ich das Hörbuch als Arbeitswegbegleitung mit in mein Auto. In diesem kleinen geschlossenem Raum ohne weitere Pflichten, die erledigt werden wollen, funktionieren Hörbücher bei mir anscheinend tadellos. Ich habe sogar freiwillig mein Mittagessen zwischen Feierabend und Kind abholen auf den Baumarktparkplatz verlegt, damit ich weiterhören konnte.

Die Hörbuchbearbeitung des Romans wird gesprochen von Birte Schnöink, Julian Greis und Sebastian Rudolph. Sie schlüpfen in die Rollen von Fiona, eine Musterschülerin, dem Klassenlehrer Herrn Filler und Mark, dem schwarzen Schaf der Klasse. Aus der Sicht dieser drei Protagonisten erzählen sie, was geschah:

Während der Matheklausur der Oberstufe, wird der Amokalarm der Schule ausgelöst:

„Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.“

Leichter gesagt, als getan, denn an die Matheklausur denkt nun keiner mehr. Und als es dann noch an der Türe klopft, ist Ruhebewahrer unmöglich.

Durch eine List dringt eine maskierte, bewaffnete Gestalt in den Klassenraum ein und drückt dem Lehrer zehn Umschläge in die Hand. In den Umschlägen sind die letzten Wünsche des Amokläufers, die jedoch alle mit der Klasse zu tun haben. Der erste „Wunsch“ zwingt Herrn Filler dazu, eine seiner Schülerinnen ins Gesicht zu spucken. An sich harmlos, doch Wunsch für Wunsch offenbaren sich Dinge in der Klasse mit denen keiner gerechnet hätte.

Die Sprecher sind für die Hörbuchbearbeitung perfekt ausgewählt und transportieren die emotionalen Tragweiten hervorragend. Besonders Herr Filler überzeugt gekonnt und erinnert in seiner Überforderung an so viele Lehrer, die man in seiner Schullaufbahn ertragen musste.

Die Offenlegung der Abgründe der Klasse überrascht einen immer wieder und über allem bleibt die Frage, woher der Täter das alles wissen kann. Die Spannung ist so übermächtig, dass ich dann doch schon ab und zu Umwege in Kauf genommen habe, um den Hörgenuss zu verlängern!

Große Lese- und/oder Hörempfehlung!

Das Buch eignet sich mit seinen 180 Seiten auch perfekt als Schullektüre.

Und seitdem sind übrigens alle Hörbücher, die ich noch zuhause hatte in mein Auto gezogen. 🙂

 

Lea-Lina Oppermann

Was wir dachten, was wir taten

3 CD, 330 Min.

Hörcompany

ISBN: 978-3-945709-52-8

 

das Buch:

Beltz & Gelberg

978-3-407-82298-7

 

 

Die Illuminae-Akten 01

Es war diesen Herbst fast unmöglich nicht auf die „Die Illuminae-Akten“ von Amie Kaufman und Jay Kristoff aufmerksam zu werden, bewarb dtv diesen Titel doch in ziemlich vielen Newslettern und auch in der bloggerszene tauchten immer wieder Verlosungen auf.

In Frankfurt gab es zur Buchmesse auch ein Gewinnspiel. Also mal die Buchhändlerinnen meines Vertrauens nach ihrer Meinung gefragt, aber auch nur kryptische Antworten bekommen: Ja, ganz anders. In Form von Emails und Chats geschrieben, weiss auch nicht so Recht… „Die Illuminae-Akten 01“ weiterlesen

Die Königinnen der Würstchen

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Heute ist der letzte Tag der Frankfurter Buchmesse und ich bin immer noch am Eindrücke sortieren und verarbeiten. Doch dazu kommt noch ein extra Beitrag.

 

Bereits vor der Messe las ich das passende Buch zum diesjährigen Gastland Frankreich:

„Die Königinnen der Würstchen“ von Clémentine Beauvais, auf das ich sehr neugierig war. Denn es wurde immer mal wieder in Gesprächen mit BuchhändlerkollegInnen empfohlen. Insofern wanderte es ganz oben auf meinen Stapel und wurde dann auch in Nachtschicht in einem Rutsch durchgelesen.

Es geht um Mireille, die von ihren Mitschülern auf Facebook zur „Wurst des Jahres“ gewählt wird, sprich zum hässlichsten Mädchen der Schule. Da es bereits das dritte Mal ist, ärgert sie das nicht mehr wirklich, sie ist eher neugierig darauf, wer sie dieses Jahr auf Platz drei und somit zur Bronzewurst degradiert hat. Und so lernt sie Astrid und Hakima kennen, die ihre Auszeichnung nicht ganz so mit Würde tragen, wie Mireille.

Die drei pubertierenden Mädchen beschließen aus teils sehr unterschiedlichen Gründen mit dem Fahrrad nach Paris zu fahren/fliehen(?) um dort die große Nationalfeiertagsarty im Elysée-Palast zu crashen. Finanzieren wollen sie das ganze passenderweise durch den Verkauf von Würstchen auf ihrer Strecke. Nach anfänglichem Widerstand der Eltern machen die drei sich in Begleitung von Hakimas großem Bruder, einem ehemaligen Soldaten, auf den Weg und erlangen innerhalb kürzester Zeit mehr Aufmerksamkeit, als sie jemals geahnt hätten.

 

Ich hatte anfänglich wirklich Schwierigkeiten in den Roman reinzukommen, da der Schreibstil irritiert. Aber je näher man Mireille kennenlernt, die die Geschichte erzählt, versteht man dieses in der Blüte ihrer Pubertät stehende Wesen, dass durch ihre bisherige Geschichte doch recht großmäulig und damit unnahbar durchs Leben geht. Dadurch versteht man aber eben auch schnell, wie sie auf andere wirkt, aber mit der Zeit lernen wir dann die Mireille hinter diesem verbal um sich schlagenden Teenagers kennen.

Erfrischend an „Die Königinnen der Würstchen“ ist die Bodenständigkeit der Geschichte. Hier werden keine dicken Mädchen zu Schönheitsköniginnen (genau über diesen Plottwist wird sich in einem Kapitel lustig gemacht), sondern die Mädchen wachsen durch Selbstakzeptanz über sich hinaus. Sie nehmen das Label, das man ihnen verpasst nicht an oder tragen es als Bürde, sondern sie tragen es als Auszeichnung und werden zu Königinnen. Klar, verändert sich jede von Ihnen auf ihrer Reise ein bisschen, aber sie sind immer noch sie selbst. Und das tut in Zeiten von immer erschreckenderen Schönheitsidealen, Selbstinszenierungen im Internet (und dem damit verbundenem Druck) und besorgniserregendem Schlankheitswahn sehr sehr gut.

Ich musste im Laufe der Lektüre mehrmals an „Gretchen Sackmeier“ von Christine Nöstlinger denken, quasi die feministische Jugendliteratur meiner Pubertät.

Die Geschichte hinterlässt nach der Lektüre einfach ein gutes Gefühl und nach dem Epilog möchte man die drei Mädels einfach nur ganz feste drücken und sagen „Ich bin so stolz auf euch und die Frauen, die ihr im Begriff seid zu werden.“.

Insofern freue ich mich sehr, dass der Roman für den „Prix des lycéens allemands 2017“ nominiert wurde.

 

Clémentine Beauvais

Die Königinnen der Würstchen

Carlsen Verlag

ISBN/EAN: 9783551556776